Michaels kleine Welt

Sunday, June 01, 2008, 22:37 -
Ich komme derzeitig nur sehr schwär zum lesen. Um ehrlich eigentlich gar nicht. Dennoch habe ich zwei der letztens angekündigten drei Bücher gelesen. Also los:

Bill Buford mag für viele ein wunderbarer Reporter sein. Ich musste mich zwingen die ersten hundert Seiten von Hitze zu lesen, nicht weil ich es uninteressant fand, sondern weil mich der Schreibstill von Herrn Buford einfach quält. Doch wie gesagt nach den ersten hundert Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und kann mich eigentlich nur den positiven Rezessionen anschließen. Ich habe das Glück ein paar ausgezeichnete Köche in meiner Familie zu haben und kann nur Herrn Buford für den wirklichen Tagesablauf in Restaurantküchen bedanken. Das Werk ist auch in einer anderen Richtung sehr interessant, die aber in vielen Rezessionen als negative Selbst Inszenierung Bufords genannt wird, die manische und fanatische Passion die Menschen entwickeln können die Lebensmittel doch vor allem, noch mehr, das Kochen lieben. Ein Blick in die Echte und auf ihre einzigartige und realistische Art, doch romantische Welt der Köche die schwitzend ihr letztes geben um mit ihren Gästen den intimen Austausch dessen zu pflegen was uns ausser Luft und Liebe am Leben hält. Sehr empfehlenswert und deshalb vier von fünf Punkten. (Nur wegen meiner persönlichen Abneigung gegen den Schreibstil, ein Punkt weniger)










Kommen wir nun zum Tod. Nein, ich fange es schlecht an. Kommen wir besser zu Liesel, der Bücherdiebin und begleiten wir sie einen Stück ihres Lebensweges. Ein Mädchen das sogar dem Tod das Herz rührt. Heute Morgen habe ich es zu Ende gelesen und während ich diese Zeilen schreibe steigen mir wieder Tränen in die Augen. Die letzten Seiten musste ich sehr langsam lesen, da ich permanent geflennt habe wie ein kleines Mädchen, ich gebe es zu. Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, habe ich es bereits nach zwei Kapiteln weggelegt, da ich nicht mental in der Verfassung war mich zu sehr auf diese Geschichte einzulassen. Ich versenkte mich also lieber in Fachschinken und in EQ. Doch über kurz oder lang wusste ich, dass ich nachgeben würde. Also habe ich wann immer sich die Gelegenheit in dieser Woche ergab, darin gelesen. Immer nur ein paar Seiten, sagte ich mir und dann hatte ich es doch innerhalb von drei Tagen gelesen. Natürlich habe ich mir persönlich falschesten Zeitpunkt überhaupt zum lesen dieses Buches ausgesucht, doch das ist irrelevant. Relevant ist aber, dass es ein wunderbares Buch ist, über die Liebe zu Büchern, Wörtern und zu Menschen. Der Tod erzählt die schrecklichsten aber nun mal auch die schönsten Geschichten, wenn er auf unsere Leben blickt und er hat ein Herz auch wenn es ihn oft schmerzt, so hat er eins. Ich will nicht zu viel über die Geschichte von Liesel, Papa, Mama, Rudi alias Jesse Owens und all die Anderen verraten, doch dieses Buch sollte man in seinem Buchregal haben, nicht nur um zu lachen und zu weinen, sondern auch um nicht zu vergessen. Fünf von fünf Sternen, definitiv.

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